Landtagsabgeordnete Nies besucht das autonome Frauenhaus in Flensburg

Flensburg. Als erstes von den 16 Frauenhäusern in Schleswig-Holstein besucht die neue frauenpolitische Sprecherin der Grünen Landtagsfraktion, Catharina Nies, letzte Woche das autonome Frauenhaus in Flensburg. „Als ehemalige Flensburgerin bin ich immer gerne im hohen Norden“, so die 37-Jährige.

Gemeinsam mit den Kommunalpolitikerinnen Marlene Langholz-Kaiser und Julia Doering erkundigt sich Nies bei Catharina Jepsen-Thomsen, Mitarbeiterin des Frauenhauses, Petra Tappe vom Vorstand des Trägervereins Hilfe für Frauen in Not e.V. und weiteren Mitarbeiterinnen nach den aktuellen Entwicklungen und Problemen in der Unterbringung schutzsuchender Frauen.

„Wir brauchen mehr Personal, denn die Fälle werden komplexer und umfangreicher. Die Wohnungssuche und der Übergang in eigenständigen Wohnraum sind große Herausforderungen.“, so Catharina Jepsen-Thomsen.

Der fehlende bezahlbare Wohnraum führt hier wie landesweit zu einer längeren Verweildauer schutzsuchender Frauen im Frauenhaus.

„Es bindet viel Zeit sich mit aufenthaltsrechtlichen Fragen auseinanderzusetzen oder Frauen zu Gericht zu begleiten“, ergänzt Hanna Pikowski vom Frauenhaus.

Deshalb ist es auch schwierig, das Ende des Jahres das Flensburger Projekt „Flensburg startet durch“ ausläuft. Hierüber wurde die Stelle einer Sozialarbeiterin im Anerkennungsjahr finanziert. Diese fällt nun weg.

„Es wäre schön, wenn Flensburg hierfür eine Lösung finden würde. Wir als Land sind gerade dabei die Plätze landesweit durch zwei neuen Häuser in Nordfriesland und Schleswig-Flensburg auszubauen und so die 16 Frauenhäuser zu entlasten. Die Frauenhausarbeit muss aber von allen Seiten gestärkt werden“, so Nies.

Ratsfrau Marlene Langholz-Kaiser ergänzt: „Wir bedanken uns bei Catharina und dem engagierten Team des Frauenhauses für das vertrauliche und sehr lösungsorientierte Gespräch.“ Langholz-Kaiser sucht regelmäßig den Austausch zu den Frauenfacheinrichtungen in ihrer Stadt. „Mir ist das sehr wichtig. Und auch in Richtung Land zu transportieren, vor welchen Praxisproblemen wir hier stehen. Heute wurde sehr deutlich, dass sowohl von Landesseite als auch von kommunaler Ebene noch stärker unterstützt werden muss, z.B. wenn es um aufenthaltsrechtliche Fragestellungen geht. Auch die Vermittlung von Wohnraum an gewaltbetroffene Frauen stößt angesichts der sehr angespannten Wohnungsmarktlage mittlerweile an ihre Grenzen. Hier braucht es gute Vermittlungskonzepte, um die Frauen nach Beendigung ihres Aufenthaltes vor Wohnungslosigkeit oder der unfreiwilligen Rückkehr zum Täter zu schützen. Wir werden uns dafür einsetzen, das Frauenhaus hier weiterhin tatkräftig zu unterstützen.“

Und Julia Döring, grüne Ratsfrau und Vorsitzenden des Runden Tisches für Integration in Flensburg, ergänzt, dass es wichtig sei, dass die bestehenden Hilfsangebote und Netzwerke samt Integrationskursen sowohl in der Kommune als auch landesweit proaktive auf die Probleme und Bedürfnisse der Frauenhäuser reagieren.

Die Frauen sind sich einig, dass der Schutz von Frauen in der Politik eine hohe Priorität haben muss.

„Mir ist es wichtig, dass die Arbeit unserer Frauenhäuser anerkannt wird. Deshalb bin ich hier und werde mich nach und nach mit allen Frauenhäusern in Schleswig-Holstein treffen. Die Gewalt an Frauen darf politisch nicht unbeantwortet bleiben. Wir arbeiten derzeit unter anderem daran, wie wir das Problembewusstsein für strukturelle Gewalt im politischen Raum, aber auch bei Behörden, in Unternehmen, in der Arbeitsverwaltung, im Bildungswesen und natürlich auch in der Zuwanderungsverwaltung stärken. Unser Ziel ist im Land ein Kompetenzzentrum aufzubauen, in dem all diese Komponenten bearbeitet werden.“, resümiert die Landtagsabgeordnete Catharina Nies und richtet den Blick nach vorn.



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